Hannover Gen

HannoverGEN - Schullabore in Kooperation mit der Wissenschaft zum Thema Gentechnik

 

Am 14. März 2013 wurde in der 4. Plenarsitzung des niedersächsischen Landtags in einer aktuellen Fragestunde über die geplante Schließung des Schülerlaborprojekts HannoverGen debattiert.

 

Als Lehrkräfte und Wissenschaftler, die das Schulprojekt HannoverGen mit aufgebaut und von Anbeginn begleitet haben, sind wir von Art und Inhalt der in diesem Zusammenhang geführten Diskussion betroffen. Viele Wortbeiträge ließen aus unserer Sicht nur den Schluss zu, dass einige wesentliche Merkmale des Projektes nicht bekannt sind.

  • HannoverGen bietet ein vielfältiges Angebot zu Themengebieten wie Immunologie, Evolution, Phylogenetik, Krebsforschung und Bioinformatik. Kompetenzen in den vermittelten fachwissenschaftlichen Inhalten und biotechnologischen Methoden werden im niedersächsischen KC und in den EPAs gefordert. Fragen zu Nachhaltigkeit und Ökologie sind in den Unterrichtskonzepten ebenso integriert, wie historische Forschungswege oder Aspekte der Zivilisation und Gesundheit des Menschen. Darüber hinaus werden den Schülerinnen und Schülern Materialien und Hilfestellungen zur Förderung der ethischen Bewertungskompetenz angeboten, wie sie im niedersächsischen Kerncurriculum gefordert werden. Gerade dieser Punkt ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen Schülerlaborkonzepten. Aus diesem Grund wurde das Projekt 2011 als „innovativer Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. HannoverGen ist also mitnichten ein ausschließlich auf Grüne Gentechnik fokussiertes Projekt!
  • Bei den HannoverGen-Schülerlaboren handelt es sich nach derzeitigem Konzept nicht um eine „Eliteausstattung“ von vier Schulen. Zu über 70% werden die Labore und die zugehörige Expertise der ausgebildeten Lehrkräfte von Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet und Umland von Hannover, wie auch deutlich darüber hinaus, genutzt. So ist das Angebot auch für viele Schulen anderer Landkreise bereits ein fester Bestandteil des Biologieunterrichts geworden. Der Evaluationsbericht von Prof. Dr. Marcus Hammann (TU Münster) bestätigt neben dem beträchtlichen Innovationspotential von HannoverGen auch seine hohe Reichweite und Vernetzung in der Region. Erst wenn all diesen Schulen die Nutzungsmöglichkeit der Labore genommen wird, reduziert man diese auf eine „Eliteausstattung“ von lediglich vier Schulen. Aber eben erst dann.
  • Das Angebot von HannoverGen ist in der Region einmalig. Es gibt keine weiteren Schülerlabore, die das Experimentieren in einer authentischen Umgebung ermöglichen. Von den äußeren Rahmenbedingungen her vergleichbare Angebote, allerdings OHNE den Aspekt der Förderung der ethischen Bewertungskompetenz, sind lediglich in Göttingen mit dem XLAB und in Braunschweig mit dem BIOS zu finden. Diese Labore sind allerdings bereits zum jetzigen Zeitpunkt überlastet. Die Einstellung von HannoverGen würde für die Region, in der immerhin ein Achtel der niedersächsischen Schüler leben, die Einbuße einer wertvollen Fördermöglichkeit der MINT-Fächer bedeuten.
  • Das Schulprojekt HannoverGen ist sehr gut in die Lehreraus- und weiterbildung integriert. Weder für Studierende noch Referendare noch Lehrkräfte gibt es in Niedersachsen eine vergleichbar KC- und doch forschungsnahe Laborpraxis.
  • Die Projektlehrer werden für ihr Engagement mit jeweils zwei Unterrichtsstunden pro Woche freigestellt. Auf die fachlichen Ansprüche zugeschnittene Konzepte und Vorgaben für schulgerechte Experimente werden durch die wissenschaftliche Begleitung - in enger Abstimmung mit den Projektlehrern - entwickelt und ständig aktualisiert. Die universitäre Anbindung gewährleistet die fachliche Korrektheit und didaktische Ausarbeitung der Konzepte. Erst diese auf Ganzheitlichkeit fokussierte Zusammenarbeit ermöglicht die hohe fachliche Qualität des Projektes, die HannoverGen immer wieder bescheinigt wird. Ohne eine wissenschaftliche Begleitung kann den Schülern ein Unterricht in dieser Qualität nicht mehr angeboten werden.

 

Im Oktober 2012 erschien eine als „Hintergrundstudie“ benannte veröffentlichte Auftragsarbeit für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. über das Schülerlabor-Projekt HannoverGen mit dem Titel „Akzeptanzbeschaffung für die Agro-Gentechnik“. In öffentlichen Kampagnen wurde diese Arbeit herangezogen, um eine angeblich einseitige Ausrichtung des Schülerlaborprojekts HannoverGEN darlegen zu können. Als Projektbeteiligte haben wir uns mit der Arbeit eingehend befasst und stellen dabei fest: die Arbeit weist gravierende wissenschaftliche und handwerkliche Mängel auf. Es zeigt sich zudem auf den ersten Blick, dass hierfür schlecht bis gar nicht recherchiert wurde. HannoverGEN wurde mit hoher beruflicher Kompetenz und Expertise und viel persönlichem Engagement von den beteiligten Wissenschaftlern und Lehrern ins Leben berufen und betrieben. Von seinen tatsächlichen Nutzern wird es nachweislich hoch geschätzt. Wir möchten nun auf diesem Wege die wesentlichen Schwachstellen der oben genannten Arbeit kommentieren…mehr...

 

Wieviel Gentechnik steckt in Lebensmitteln? Möchte ich meine Risiken für genetisch bedingte Krankheiten wissen? Was ist Präimplantationsdiagnostik? Zur Beantwortung dieser oder ähnlicher Fragen benötigen Schüler Kenntnisse in der Gentechnik. Sie gilt als eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist keine andere Technologie der Gegenwart so heftig umstritten. Schulen fällt hier eine wichtige Rolle zu, sowohl in der Vermittlung von biologischem Grundwissen zur Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen (scientific literacy for citizenship) als auch in der Förderung ethischer Bewertungskompetenz. Das Projekt HannoverGEN liefert Schülern solche Grundlagen, vermittelt komplexes Fachwissen und macht biotechnologische Methoden schülergerecht und doch wissenschaftsnah erfahrbar. Die Lehrkräfte werden dabei unterstützt, dieses Wissen und die Methoden zu vermitteln sowie eine ethische Urteilsbildung ihrer Schüler zu fördern. HannoverGEN verbindet am Thema Grüner Gentechnik in einzigartiger Weise die vier Kompetenzbereiche: „Wege der Erkenntnisgewinnung“, „Fachwissen vermitteln“ „Bewertungskompetenz fördern“ und „Kommunikationsfähigkeit schulen“. Das Projekt bietet den Schülern dazu kontextorientierte und lernwirksame Labortage an.

HannoverGEN erschließt Schülern grundlegende und besondere Kenntnisse der Molekularbiologie und Biotechnologie und stärkt die Fach- und Bewertungskompetenz. Schüler erfahren naturwissenschaftliche Arbeitstechniken, erwerben Fachwissen und bilden ihre Urteilsfähigkeit über den gesellschaftlichen Nutzen und die Risiken der Gentechnik aus. Sie entwickeln dabei Interesse an naturwissenschaftlicher Forschung und Arbeit und gewinnen eine berufspropädeutische Orientierung. So werden Forschergeist, Kreativität und Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik gefördert. Dies trägt auch dazu bei, den Bedarf unserer Gesellschaft an jungen Naturwissenschaftlern und Fachkräften anzugehen. Über HannoverGEN erhält zudem der moderne Biologieunterricht neue Impulse.


 

HannoverGEN hat sich in der Region Hannover etabliert. Seit es 2008 an den Start gegangen ist, haben bis Sommer 2012 mehr als 8000 Schüler die HannoverGEN-Labore besucht und unter Anleitung von ausgebildeten Lehrkräften und Wissenschaftlern experimentelle und fachliche Kompetenzen aufgebaut. Die begleitenden Studien zeigen, dass die Schüler einen enormen Interessens- und Motivationsschub für naturwissenschaftliches Arbeiten erfahren. Sie erhalten einen Einblick in naturwissenschaftliches Arbeiten und können nach der Praxiserfahrung abstrakte theoretische Inhalte besser verknüpfen. Sie haben so einen Zugewinn an Erfahrung mit moderner Laborarbeit, an Motivation und Interesse, an Fachwissen und ethischer Bewertungskompetenz. Für viele Schulen ist der Besuch eines der HannoverGEN-Schullabore zu einem festen Bestandteil ihres Unterrichts geworden. Besuchende Lehrkräfte berichten regelmäßig, wie sehr ihre Lerngruppen von einem Laborbesuch profitieren. So können Schüler hochwertige biotechnologische Experimente in einer sorgfältig geplanten Lernumgebung durchführen. Weitere Konzepte zu den Themengebieten der „Roten“ und „Weißen Gentechnologie“ unter Nutzung der gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen werden entwickelt.

 

Das Institut für Pflanzengenetik unterstützt HannoverGEN mit dem Teilprojekt "Experimentieren". Es begleitet die Stützpunktschulen und ihre Projektlehrer, führt Lehrerfortbildungen durch und entwickelt geeignete Experimente für HannoverGEN Labortage.


Mehr Informationen finden Sie unter www.hannovergen.de

oder in unserem Flyer

IdeenExpo 2009

Flash ist Pflicht!

ZAP


Unsere Arbeitsgruppen sind Mitglied der interdisziplinaren Forschungsinitiative "Angewandte Pflanzenbiotechnologie" (ZAP)

Letzte Änderung: 28.03.2013